Alexander Werner
Die Sozialpädagogische Familienhelferin erzählt den Fall des 10 Monate alten Alexander. Er soll häusliche Gewalt miterlebt haben. Die Mutter ist psychisch belastet, der Vater hat eine Haftstrafe verbüßt und Suchtprobleme. Nach Paar- und Einzelgesprächen scheint die Familie stabil. Die Paar-Situation eskaliert erneut, sodass das Jugendamt das Sorgerecht aufgrund einer akuten Kindeswohlgefährdung an die Großmutter überträgt, die im selben Haus lebt.
Anton Peters
Eine Sozialarbeiterin verschriftlicht retroperspektiv einen Fall: Anton Peters lebt seit seinem 3. Lebensjahr allein mit seiner Mutter in einer 3-Zimmer-Wohnung, der Kontakt zum Vater besteht seitdem nicht mehr. Nach der Krebsdiagnose und des sich zunehmend verschlechternden Gesundheitszustands der Mutter sowie Antons Wunsch seine Mutter bis zum Tod zu begleiten, ziehen beide gemeinsam in ein Hospiz. Anton hat sowohl Kontakt zu einem Schulsozialarbeiter als auch über das Jugendamt mit einer Familienhelferin. Nach vier Wochen verstirbt die Mutter, sodass Anton in eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung kommt.
Besnik Murati
Der Sozialarbeiter des Projekts zur Integration Straffälliger in Arbeit und Ausbildung (ISAA) berichtet vom Fall des jungen Erwachsenen Besnik, der mit 18 Jahren in das Projekt einmündet. Seine Mutter sah sich mit ihm überfordert und hatte das Aufenthaltsbestimmungsrecht an das zuständige Jugendamt abgegeben, das ihn in der Heimerziehung unterbrachte.
Bill Abebe
Im Rahmen eines Praktikums in einer stationären Einrichtung in einer mittelgroßen Stadt verschriftlicht ein Student einen Fall: Bill ist ein 9-jähriger Junge, der in Deutschland geboren wurde. Seine äthiopische Mutter ist nach Deutschland geflohen. Über die familiäre Vorgeschichte ist wenig bekannt, nach Aussagen der Mutter sei der leibliche Vater auf dem Weg nach Deutschland verstorben. Gegen die Mutter läuft ein Strafverfahren wegen schwerer Misshandlungen, die sie an Bill, teilweise gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten Sebastian, verübt haben soll. Im weiteren Verlauf werden auch therapeutische Hilfsangebote beschrieben.
Cem Çetin
Im Rahmen eines Praktikums in einer Grundschule einer Kleinstadt berichtet eine Studierende über Cem Çetin. Dieser sei vor circa drei Jahren mit seinen Eltern von der Türkei nach Deutschland geflüchtet. Aufgrund von Sprachbarrieren und Verhaltensauffälligkeiten wurde er trotz seines schulpflichtigen Alters als noch nicht schulreif eingestuft.
Dario Demir
Im Rahmen ihrer Arbeit in einer Tagesgruppe verschriftlicht eine Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr einen Fall: Dario ist 2008 geboren, hat eine ältere Schwester und eine jüngere Halbschwester. Die familiäre Situation ist u. a. geprägt von der Alkoholabhängigkeit und zeitweisen Arbeitslosigkeit der Mutter. Kurzzeitig nimmt die Mutter eine Sozialpädagogische Familienhelfer:in sowie Erziehungsbeistand an. Dario wird in Obhut genommen und zeitweise fremduntergebracht, dann wieder zurückgeführt und in eine Tagesgruppe aufgenommen.
Emil und Martin Scholz
Im Rahmen eines Praktikums in einer Kindertagesstätte einer mittelgroßen Stadt, berichtet eine Studierende über zwei Brüder (Emil und Martin). Emil zeigt zunehmend auffällige emotionale Reaktionen, kotet sich regelmäßig ein und äußert, dass der Papa ihn immer hauen würde. Martin wird als schüchterner Junge eingeschätzt. Die Mutter leidet an Multipler Sklerose (MS), der Vater wird als streng, überfordert und aufbrausend beschrieben. Die Situation zwischen Vater und Großmutter würde die Dynamik innerhalb der Familie weiter erschweren. Schließlich wird eine Kindeswohlgefährdungseinschätzung von der Kita-Leitung (IseF) und der Praktikantin gemacht.
Familie Gärtner
Die Sozialpädagogische Familienhelferin Kristin Albert erzählt von einem Vater der sich beim Jugendamt mit der Bitte um Unterstützung meldet: Seine Kinder sind neun, sechs und ein halbes Jahr alt, ihre Mutter und seine Ehefrau ist alkoholabhängig und psychisch krank.
Familie Lombe
Die Fallakte dokumentiert einen Hilfeverlauf in dem sich die alleinerziehende Frau Lombe ans Jugendamt wendet: ihr neunjähriger Sohn Gideon zeige sich in der Schule auffällig, frage oft nach seinem Vater, den er nicht kenne und der keinen Kontakt zu seinem Sohn wünsche. Gideon sei einerseits sehr zuverlässig und hilfsbereit, andererseits zeige er aggressives Verhalten und sei belastet. Gideon ist staatenlos, seine Mutter schränkt seine Bewegungsfreiheit ein, weil sie befürchtet, dass er bei einer Kontrolle abgeschoben werden könnte. Frau Lombe ist derzeit im 8. Monat schwanger, muss viel liegen und leidet unter Erschöpfung, ein jüngerer Sohn wächst bei seiner Großmutter in Kamerun auf.
Familie Twesigye
Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall der von Frau Twesigye, die mit ihrem vierjährigen Sohn aus Ostafrika eingewandert ist. Im Rahmen einer Bildungsmaßnahme wirkt Frau Twesigye immer wieder abwesend, lethargisch und hat Gedächtnislücken. Die Fachkräfte schalten das Jugendamt ein, Frau Twesigye wird in eine Klinik eingewiesen und ihr vierjähriger Sohn in einer Pflegefamilie untergebracht.
Felix Haas
Die Fallakte schildert den Hilfeverlauf bei einem Kind über den Zeitraum von rund drei Jahren. Die Kontaktaufnahme mit dem Jugendamt erfolgt durch die Eltern, weil beim Kind bereits zuvor AD(H)S diagnostiziert wurde und die Eltern „am Limit“ sind. Im Prozess der Abklärung wie der Hilfe sind unterschiedliche Fachkräfte wie Berufs-gruppen beteiligt
Frieda Weinart
Die Fachkraft Lena Schwert erzählt von der 13-jährigen Frieda und ihrer Familie, die sie seit drei Jahren als Erziehungsbeiständin begleitet: Die berufstätigen Eltern nehmen Kontakt mit dem Jugendamt auf, weil Frieda, die jüngere ihrer beiden Töchter, der Schule zunehmend fernbleibt, seit der Präsenzunterricht nach der Covid-19-Pandemie wieder aufgenommen wurde. Die Eltern erhalten Unterstützung durch eine systemische Beratung. Lena Schwert begleitet vor allem Frieda, auch während diese vollstationär in psychiatrischer Behandlung, dann in einer Tagesklinik ist, eine ambulante Therapie aufnimmt, eine Sonderschule besucht und eine Wiedereingliederung in die Regelschule folgt.
Jonas Stein
Eine Sozialarbeiterin verschriftlich retroperspektiv einen Fall: Eine Pflegemutter wendet sich zum Jugendamt und bittet um Hilfe, da sie nicht mehr die Betreuung von Jonas (9 Jahre alt) übernehmen kann und will. Dieser ist seit seinem dritten Lebensjahr bei der Pflegefamilie, deren Alltag sich inzwischen insofern verändert hat, dass der Pflegevater einen Schlaganfall hatte und seitdem selbst auf Hilfe durch die Frau (Pflegemutter) angewiesen ist. Jonas leibliche Mutter ist alkoholabhängig und konnte trotz mehrfacher Versuche nach einem Entzug abstinent zu leben den Anforderungen an eine gefährdungsfreie Elternschaft nicht gewährleisten. Der Vater ist unbekannt.
Karim Şahin
Im Rahmen eines Praktikums in einer Förderschule in einer mittelgroßen Stadt berichtet ein Student über Karim. Sowohl über Diagnosen wie u. a. eine Autismus-Spektrum-Störung im frühkindlichen Alter als auch Umgangsweisen und Überforderungen des Studenten beschrieben. Darüber hinaus werden Fragen zur möglichen zukünftigen Vollzeitbeschulung diskutiert. Unterschiedliche Akteuer:innen der Schule, als auch der Kinder- und Jugendtherapie und Familienhilfe sind mit dem Fall vertraut.
Kevin K.
Der Bericht skizziert den Fall Kevin, der am 23. Januar 2004 als Frühchen geboren wird. Mutter und Ziehvater sind zu diesem Zeitpunkt beide suchtmittelabhängig und mehrfach vorbestraft. Das Jugendamt wird mit dem Fall betraut, Hinweise auf eine mögliche Gefährdung des Jungen häufen sich.
Mark Heß und Emma Wilt
Eine Studierende beschreibt im Rahmen ihres Studiums Sozialer Arbeit den Fall von Mark Heß (14) und Emma Wilt (5), die in einer Wohngruppe leben. Eine Fachkraft entdeckt Mark und Emma nackt in Marks Zimmer. Beide erzählen, dass es einen Penetrationsversuch gab, den sie nicht gewollt haben. Das Team sucht einen Umgang mit der Situation.
Mika und Dani Soren
Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall der Brüder Mika und Dani Soren, die aufgrund familiärer Gewalt im Rahmen einer Inobhutnahme in einer vollstationären Wohngruppe aufgenommen werden. Im weiteren Verlauf kommt es zu Konflikten und (körperlichen) Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern, aber auch zwischen Mika und den anderen Kindern und Fachkräften der Einrichtung.
Sebastián García López
Eine Studierende beschreibt im Rahmen ihres Praktikums eine Situation, die sich in einer Tagesgruppe mit Sebastián während der Lernzeit mit anschließendem Gespräch ereignet. Neben Hintergrundinformationen zur Familie stehen Themen wie Leistungsdruck, Sprache und mögliche häusliche Gewalt im Raum.
