Alex Mais
Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall Alexander Mais in einer Kindertagesstätte. Bei Alex wird frühkindlicher Autismus diagnostiziert und es wird eine Integrationskraft eingestellt. Es kommt zu Konflikten zwischen den Erzieher:innen und der Integrationskraft, aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen im Umgang mit Alex.
Baschar Almasi
Eine Schulsozialarbeiterin und eine UBUS-Kraft schildern jeweils aus ihrer Sicht eine Konfliktsituation, die sich in einer Berufsschulklasse zwischen dem männlichen Schüler Baschar Almasi und seinen ausschließlich weiblichen Mitschüler:innen, bzw. einer Lehrerin ereignet. Die beiden Interviewten schildern wie der Konflikt eskaliert und was in der Interaktion zwischen den Reaktionen der Schüler:innen und dem Handeln der Lehrkräfte, Schulleitung, dem Hausmeister und den Sozialarbeiter:innen im weiteren Verlauf passiert.
Bill Abebe
Im Rahmen eines Praktikums in einer stationären Einrichtung in einer mittelgroßen Stadt verschriftlicht ein Student einen Fall: Bill ist ein 9-jähriger Junge, der in Deutschland geboren wurde. Seine äthiopische Mutter ist nach Deutschland geflohen. Über die familiäre Vorgeschichte ist wenig bekannt, nach Aussagen der Mutter sei der leibliche Vater auf dem Weg nach Deutschland verstorben. Gegen die Mutter läuft ein Strafverfahren wegen schwerer Misshandlungen, die sie an Bill, teilweise gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten Sebastian, verübt haben soll. Im weiteren Verlauf werden auch therapeutische Hilfsangebote beschrieben.
Cem Çetin
Im Rahmen eines Praktikums in einer Grundschule einer Kleinstadt berichtet eine Studierende über Cem Çetin. Dieser sei vor circa drei Jahren mit seinen Eltern von der Türkei nach Deutschland geflüchtet. Aufgrund von Sprachbarrieren und Verhaltensauffälligkeiten wurde er trotz seines schulpflichtigen Alters als noch nicht schulreif eingestuft.
Dilan Azadi
Die Psychologin erzählt von einem Klienten, der vor zwei Jahren als Au-pair von der Türkei nach Deutschland kam. Seine anschließenden angefangenen Ausbildungsplätze in unterschiedlichen Bereichen, insbesondere jedoch innerhalb der Metzgerei, werden u. a. aufgrund von Mobbing, Drogenrückfällen oder Druckgefühl abgebrochen. Die Ausländerbehörde ist ebenfalls informiert und gewährleistet ihm noch weitere zwei Wochen, um einen neuen Job finden zu können. Über die türkische Gemeinschaft kann er seine bedrohende Wohnungslosigkeit abwenden. Zurück in die Türkei möchte er u. a aufgrund der schwierigen Familienverhältnisse und Diskriminierungserfahrungen als Kurde nicht. Die Fachkraft möchte ihrem Klienten sowohl in Deutschland als auch in seinem Heimatland Perspektiven aufzeigen. Weiter skizziert sie neben seiner Lebenswelt, die auch von körperlichen und psychischen Problemen geprägt ist, auch ihr persönliches Dilemma in Bezug auf den Fall. Dabei gibt sie Einblicke in ihr Nähe- und Distanzverhältnis.
Essenssituation mit Patient:innen der Klinik am Sonnenberg
Im Rahmen eines Studierendenberichts im Studiengang Soziale Arbeit stellt eine Studentin einen Fall dar: In einer Schwerpunktstation der Klinik Sonnenberg haben die Mitarbeiter:innen unterschiedliche Vorstellungen von der Rahmung und der Bedeutung der Essenssituation.
Familie Lombe
Die Fallakte dokumentiert einen Hilfeverlauf in dem sich die alleinerziehende Frau Lombe ans Jugendamt wendet: ihr neunjähriger Sohn Gideon zeige sich in der Schule auffällig, frage oft nach seinem Vater, den er nicht kenne und der keinen Kontakt zu seinem Sohn wünsche. Gideon sei einerseits sehr zuverlässig und hilfsbereit, andererseits zeige er aggressives Verhalten und sei belastet. Gideon ist staatenlos, seine Mutter schränkt seine Bewegungsfreiheit ein, weil sie befürchtet, dass er bei einer Kontrolle abgeschoben werden könnte. Frau Lombe ist derzeit im 8. Monat schwanger, muss viel liegen und leidet unter Erschöpfung, ein jüngerer Sohn wächst bei seiner Großmutter in Kamerun auf.
Familie Quasim
Eine Studierende der Sozialen Arbeit skizziert eine Situation in der Beratung der Familie Quasim, die in einem Wohnheim für Asylbewerber:innen und Geflüchtete lebt. Dabei geht es um die Frage der Gewährung von Bekleidungsbeihilfe für die fünfköpfige Familie.
Familie Twesigye
Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall der von Frau Twesigye, die mit ihrem vierjährigen Sohn aus Ostafrika eingewandert ist. Im Rahmen einer Bildungsmaßnahme wirkt Frau Twesigye immer wieder abwesend, lethargisch und hat Gedächtnislücken. Die Fachkräfte schalten das Jugendamt ein, Frau Twesigye wird in eine Klinik eingewiesen und ihr vierjähriger Sohn in einer Pflegefamilie untergebracht.
Fatima Deh
Zoe-Maria Schott, Mitarbeiterin des Fachberatungsdienstes Migration, berichtet von der Lebenssituation und dem Beratungs- und Unterstützungsprozess der Klientin Fatimata Deh. Die Senegalesin lebt seit 2020 in Deutschland, drei ihrer insgesamt sieben Kinder leben in Senegal, vier bei ihr in Deutschland. Der Vater des jüngsten Kindes und ihr Partner lebt seit zwei Jahren illegal in Deutschland und nimmt zunehmend an den Beratungstreffen teil. Zentrale Themen sind die sich verändernde Lebenssituation von Fatimah, ihrer Familie insgesamt und der Einfluss des illegalen Status ihres Partners auf die Lebenssituation aller Beteiligten.
Florin Höpfner
Im Rahmen einer Supervision schildert und notiert eine Sozialarbeiterin diesen Fall: Florin lebt bei seinem sozialen Vater und wird sechsjährig, aufgrund einer Kindeswohlgefährdungsanzeige, in einem Kinderheim untergebracht. Es wird eine geistige und körperliche Behinderung und ADHS diagnostiziert. Mit 13 wechselt er in eine stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe, zeigt sich dort aggressiv, die Situation eskaliert, er kommt in die Jugendpsychiatrie und lebt dort über zwei Jahre, weil keine andere Einrichtung gefunden werden kann, die ihn aufnimmt.
Gilian Haddad
Eine Sozialarbeiter:in verschriftlicht retroperspektiv einen Fall: Gilian Haddad (inzwischen 18 Jahre) kam vor 2 Jahren als sogenannter unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland. Die gesamte Familie floh im Rahmen des Kriegsgeschehens in Syrien nach Europa. Der Vater hat zwar eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, möchte diese aber nicht wahrnehmen. Nachdem Gilian realisiert hat, dass seine Familie nicht zu ihm kommen wird, zieht sich Gilian zurück. Er beschreibt alles als sinnlos. Damit Gilian jedoch in Deutschland bleiben kann, muss er weiterhin zur Schule gehen und anschließend einen Ausbildungsplatz oder Arbeitsplatz bekommen.
Ismail Shaban
Die Fallakte dokumentiert die Inobhutnahme von Ismail Shaban. Er wird beim Entladen eines Lastwagens auf dem Auflieger entdeckt und aufgrund unerlaubter Einreise von der Polizei befragt und an das zuständige Jugendamt übergeben. Nach eigenen Angaben stammt Ismail aus Afghanistan und ist minderjährig.
Jasna Ilić
Ein:e Studierende:r der Sozialen Arbeit skizziert den Fall der jungen Frau (Jasna Ilić), die eine Tagesförderstätte besucht. Jasna ist geistig behindert und zeigt auto- und fremdaggressive Verhaltensweisen. Die Familie ist aus Bosnien und Herzegowina eingewandert.
Karim Şahin
Im Rahmen eines Praktikums in einer Förderschule in einer mittelgroßen Stadt berichtet ein Student über Karim. Sowohl über Diagnosen wie u. a. eine Autismus-Spektrum-Störung im frühkindlichen Alter als auch Umgangsweisen und Überforderungen des Studenten beschrieben. Darüber hinaus werden Fragen zur möglichen zukünftigen Vollzeitbeschulung diskutiert. Unterschiedliche Akteuer:innen der Schule, als auch der Kinder- und Jugendtherapie und Familienhilfe sind mit dem Fall vertraut.
Kim Gerhardt
| Die 23-jährige Kim Gerhardt erzählt ihre Geschichte, die teilweise auch durch die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe geprägt ist. Sie wird als Jüngste von insgesamt drei Kindern in Stuttgart geboren. Die Eltern trennen sich, als sie neun ist, sie erhält diverse Diagnosen (ADHS, Legasthenie, auditive Wahrnehmungsstörung und später auch Depression). Nach dem Auszug des Vaters und zwei ihrer Geschwister realisiert die inzwischen Vierzehnjährige die Alkoholabhängigkeit ihrer Mutter. Kim Gerhardt erfährt Mobbing in der Schule, hat Suizidgedanken und erlebt sexuelle Übergriffigkeit. Neben diversen Therapien war sie in einer psychosomatischen Klinik und zog mit 16 Jahren für eineinhalb Jahre in die heilpädagogische Wohngruppe, bevor sie anschließend ins einzelbetreute Wohnen wechselte. Sie absolviert ihr Abitur und zieht nach dem „Rausschmiss“ aus der Einrichtung kurze Zeit zurück ins Haus ihrer Mutter, bevor sie für ihr Studium weiter nach Köln zieht. |
Lacrima Kovacs
| Die Sozialarbeiterin eines Wohnheimes für Wohnungslose berichtet den Fall von Lacrima Kovac, die vorübergehend mit ihrem Kind im Wohnheim untergekommen ist. Es geht um den Vorwurf einer Kindeswohlgefährdung, die zu einer vorübergehenden Inobhutnahme führt. Der Kindsvater unterstellt seiner Frau psychische Labilität, sie gibt an Gewalt und Unterdrückung durch den Kindsvater und seiner Familie erfahren zu haben. Im Sorgerechtsstreit wird dem Vater das alleinige Sorgerecht zugesproche |
Luca Meyer
Eine Sozialarbeiterin verschriftlicht retroperspektiv einen Fall: Luca wurde bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeordnet, hinterfragt dies jedoch circa seit dem 13. Lebensjahr und strebt seither ein Leben als Mann an. Die Mutter von Luca unterstützt dies nicht und meint es „sei nur eine Phase“ – das Hauptaugenmerkt liegt für sie auf der beruflichen Zukunft von Luca, da diese den Hauptschulabschluss absolviert hat. Da sich die Mutter zunehmend Sorge um die Stimmungslage, das Gewicht und selbstverletzendes Verhalten von Luca macht, meldet sie sich beim Jugendamt und bittet um Unterstützung durch eine:n Erziehungsbeiständ:in.
Luka Schneider
Eine Fachkraft des betreuten Wohnens und eine Pflegefachkraft der Psychatrie berichten unabhängig voneinander über einen Fall: Luka Schneider (*1978) wurde ein Jahr vor dem Interview an das ambulante betreute Wohnen vermittelt. Er lebt mit psychischen Erkrankungen, einer Behinderung sowie zyklischen Drogenrückfällen. Als Kind wurde er durch seinen Vater misshandelt. Nach dem Tod seiner Mutter wuchs er im Heim auf. Kontakt zu seiner Familie hat er nicht mehr. Früh begann er mit Drogenkonsum und Dealerei, verlor seine Wohnung und seine Ausbildung und war drei Jahre obdachlos. Eine Inhaftierung und Haftstrafe von sieben Jahren erfolgt aus unterschiedlichen Gründen. Luka Schneider möchte, sobald sich seine psychische Verfassung stabilisiert hat, eine besondere Wohnform in einer anderen Stadt anstreben und arbeiten.
Malik Yilmaz
Die Fallbeschreibung fasst die von Malik erzählte Geschichte seiner Kindheit und Jugend zusammen. Sie ist geprägt durch eine ADHS Diagnose, mehrere Schulwechsel, Kontakt mit unterschiedlichen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe, eine zwangsweise Einweisung in die Psychiatrie, den Rauswurf aus dem Elternhaus und vorübergehende Wohnungslosigkeit und die Suche nach Zugehörigkeit.
