Baschar Almasi

Eine Schulsozialarbeiterin und eine UBUS-Kraft schildern jeweils aus ihrer Sicht eine Konfliktsituation, die sich in einer Berufsschulklasse zwischen dem männlichen Schüler Baschar Almasi und seinen ausschließlich weiblichen Mitschüler:innen, bzw. einer Lehrerin ereignet. Die beiden Interviewten schildern wie der Konflikt eskaliert und was in der Interaktion zwischen den Reaktionen der Schüler:innen und dem Handeln der Lehrkräfte, Schulleitung, dem Hausmeister und den Sozialarbeiter:innen im weiteren Verlauf passiert.

Brigitte Hahn

Die Sozialarbeiterin eines Modell-Projektes für Arbeits- und Gesundheitsförderung erzählt vom Fall der Ratsuchenden Brigitte Hahn, die ebenfalls Sozialarbeiterin ist. Die 61- jährige Frau Hahn wurde über das Jobcenter an das Projekt vermittelt und kommt aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Sie berichtet von Überforderung am Arbeitsplatz aufgrund der veränderten Bedingungen während der Corona-Pandemie und zeigt sich besorgt, ob sie weiterhin ihren Beruf ausüben kann. Eine Reha und längere Krankheitszeiten liegen bereits hinter ihr. Im Fokus des Coachings liegt die Selbstreflektion Frau Hahns. Frau Heuschneider und Frau Hahn verfassen gemeinsam Ziele für Frau Hahns berufliche Zukunft und ermitteln ihre Belastungspotentiale.

Familie Gutierrez

Der Mitarbeiter des Sozialdienst einer Justizvollzugsanstalt erzählt den Fall einer Familie (Mann, Frau und Kind) aus Mexiko, die für Dritte Betäubungsmittel illegal über Deutschland in ein anderes europäisches Land transportieren und dabei festgenommen werden. Der Mann hatte in Mexiko seine Arbeit verloren.

Familie Twesigye

Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall der von Frau Twesigye, die mit ihrem vierjährigen Sohn aus Ostafrika eingewandert ist. Im Rahmen einer Bildungsmaßnahme wirkt Frau Twesigye immer wieder abwesend, lethargisch und hat Gedächtnislücken. Die Fachkräfte schalten das Jugendamt ein, Frau Twesigye wird in eine Klinik eingewiesen und ihr vierjähriger Sohn in einer Pflegefamilie untergebracht.

Fatima Deh

Zoe-Maria Schott, Mitarbeiterin des Fachberatungsdienstes Migration, berichtet von der Lebenssituation und dem Beratungs- und Unterstützungsprozess der Klientin Fatimata Deh. Die Senegalesin lebt seit 2020 in Deutschland, drei ihrer insgesamt sieben Kinder leben in Senegal, vier bei ihr in Deutschland. Der Vater des jüngsten Kindes und ihr Partner lebt seit zwei Jahren illegal in Deutschland und nimmt zunehmend an den Beratungstreffen teil. Zentrale Themen sind die sich verändernde Lebenssituation von Fatimah, ihrer Familie insgesamt und der Einfluss des illegalen Status ihres Partners auf die Lebenssituation aller Beteiligten.

Fiete Behning

Schulsozialarbeiter schildert seine Arbeit mit einem Kind (Fiete) im Grundschulalter. Auf dieses wird er durch Konflikte mit anderen Kindern aufmerksam. Im Übergang zwischen Unter- und Mittelstufe wechseln Fiete und sein Zwillingsbruder auf unterschiedliche Schulformen. In der Folge fällt Fiete erneut mit nonkonformen Verhalten aus Perspektive der Institution Schule auf. Der Schulsozialarbeiter schildert die sich anschließenden Gespräche mit den Beteiligten sowie anderen Institutionen der Sozialen Arbeit.

Jasna Ilić

Ein:e Studierende:r der Sozialen Arbeit skizziert den Fall der jungen Frau (Jasna Ilić), die eine Tagesförderstätte besucht. Jasna ist geistig behindert und zeigt auto- und fremdaggressive Verhaltensweisen. Die Familie ist aus Bosnien und Herzegowina eingewandert.

Katja Novak

Eine Fachkraft des betreuten Wohnens und eine Pflegefachkraft der Psychiatrie berichten unabhängig voneinander über denselben Fall: Katja Novak, geboren 1969, zieht in ihrer Kindheit gemeinsam mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter zurück nach Slowenien. Grund hierfür ist die Ermordung von Katjas Vater durch ihre Mutter. Später heiratet Frau Novak, die Ehe wird jedoch aufgrund des Ehebruchs ihres Mannes geschieden. Aus dieser Beziehung gehen drei Kinder hervor. In Deutschland lebt sie mit einem neuen Partner zusammen, mit dem sie ein weiteres Kind bekommt. Nachdem die Tochter der Klientin berichtet, dass dieser Partner sie jahrelang sexuell missbraucht hat, wird Katja Novak schwer depressiv und lässt sich in die Psychiatrie einweisen. Bei Katja Novaks Schwägerin wachsen dauerhaft die Kinder auf. Neben den psychischen Belastungen hat Frau Novak auch verschiedene körperliche Beschwerden.

Kimberly Schlehöfer

Ein Schulsozialarbeiter schildert seine Arbeit mit einer jugendlichen Person in der 8. Klasse, die ihre Identität sucht und dabei aus Perspektive der Institution Schule nonkonforme Verhaltensweisen zeigt. Parallel schildert er die eigenen damit verbundenen Handlungsprozesse sowie die damit verbundenen Perspektiven auf andere beteiligte Institutionen sowie dem Umgang mit Einschätzungen anderer Institutionen.

Lacrima Kovacs

Die Sozialarbeiterin eines Wohnheimes für Wohnungslose berichtet den Fall von Lacrima Kovac, die vorübergehend mit ihrem Kind im Wohnheim untergekommen ist. Es geht um den Vorwurf einer Kindeswohlgefährdung, die zu einer vorübergehenden Inobhutnahme führt. Der Kindsvater unterstellt seiner Frau psychische Labilität, sie gibt an Gewalt und Unterdrückung durch den Kindsvater und seiner Familie erfahren zu haben. Im Sorgerechtsstreit wird dem Vater das alleinige Sorgerecht zugesproche

Luca Meyer

Eine Sozialarbeiterin verschriftlicht retroperspektiv einen Fall: Luca wurde bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeordnet, hinterfragt dies jedoch circa seit dem 13. Lebensjahr und strebt seither ein Leben als Mann an. Die Mutter von Luca unterstützt dies nicht und meint es „sei nur eine Phase“ – das Hauptaugenmerkt liegt für sie auf der beruflichen Zukunft von Luca, da diese den Hauptschulabschluss absolviert hat. Da sich die Mutter zunehmend Sorge um die Stimmungslage, das Gewicht und selbstverletzendes Verhalten von Luca macht, meldet sie sich beim Jugendamt und bittet um Unterstützung durch eine:n Erziehungsbeiständ:in.

Luka Schneider

Eine Fachkraft des betreuten Wohnens und eine Pflegefachkraft der Psychatrie berichten unabhängig voneinander über einen Fall: Luka Schneider (*1978) wurde ein Jahr vor dem Interview an das ambulante betreute Wohnen vermittelt. Er lebt mit psychischen Erkrankungen, einer Behinderung   sowie zyklischen Drogenrückfällen. Als Kind wurde er durch seinen Vater misshandelt. Nach dem Tod seiner Mutter wuchs er im Heim auf. Kontakt zu seiner Familie hat er nicht mehr. Früh begann er mit Drogenkonsum und Dealerei, verlor seine Wohnung und seine Ausbildung und war drei Jahre obdachlos. Eine Inhaftierung und Haftstrafe von sieben Jahren erfolgt aus unterschiedlichen Gründen. Luka Schneider möchte, sobald sich seine psychische Verfassung stabilisiert hat, eine besondere Wohnform in einer anderen Stadt anstreben und arbeiten.

Mandy Faber

Im Interview berichtet ein Schulsozialarbeiter von einer Betreuungshilfe mit der transidenten Jugendlichen Mandy, die durch Schulabsentismus auffällig wird. Mandy lebt in prekären Verhältnissen, die Mutter akzeptiert die Transition von Marc zu Mandy nur schwer.

Maria Becker

Lukas Krahl, Mitarbeiter eines Integrationsfachdienstes (Beratungsstelle zum Thema Arbeit und Schwerbehinderung), erzählt, am Beispiel der Klientin Maria Becker, den Ablauf und die Aufgaben eines Verfahrens des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Bei Maria Becker wurde eine psychische Erkrankung diagnostiziert, die zu Phasen der Arbeitsunfähigkeit führte. Finanzielle und persönliche Probleme belasten sie zusätzlich. Lukas Krahl begleitet zum einen den Prozess der Wiedereingliederung und macht sie auf weitere Unterstützungsangebote aufmerksam.

Mark Heß und Emma Wilt

Eine Studierende beschreibt im Rahmen ihres Studiums Sozialer Arbeit den Fall von Mark Heß (14) und Emma Wilt (5), die in einer Wohngruppe leben. Eine Fachkraft entdeckt Mark und Emma nackt in Marks Zimmer. Beide erzählen, dass es einen Penetrationsversuch gab, den sie nicht gewollt haben. Das Team sucht einen Umgang mit der Situation.

Matej Beran

In Zusammenarbeit mit der HS Kempten wird ein Fall im Rahmen einer Erhebung des Fallarchivs verschriftlicht: Matej Beran ist 17 Jahre alt und besucht seit er 10 Jahre alt ist regelmäßig ein Jugendzentrum in einer Großstadt. In der Fallbeschreibung werden weitere Informationen über seine Familie, seine Hobbies sowie sein „delinquentes Verhalten“ dargestellt. Handlungsweisen der Fachkräfte werden u. a. im Umgang mit Matjes Regelverstoß (Cannabiskonsum) sichtbar: Aufgrund dieses wird ihm ein zweimonatiges Hausverbot ausgesprochen.

Nassima Bouziane

Eine Sozialarbeiterin der Wohnungslosenhilfe (Jessica Evans) schildert den Unterstützungsprozess einer Frau, die in ihrer aus Algerien arrangierten Ehe häusliche Gewalt erlebt. Durch ihre Hausärztin wird sie an eine Bekannte vermittelt, bei der sie zunächst unterkommt und die den Kontakt zur Wohnungslosenhilfe herstellt. Die Unterstützung umfasst unterschiedliche Themen und Hilfestellungen, die von Wohnungssuche, ambulantes betreutes Wohnen, Beantragung des Aufenthaltsrechts in Deutschland, bis Bürgergeld, Therapien oder die Begleitung zur Opferschutzberatung hinreichen. Dabei geht es immer wieder um Sprachbarrieren aufgrund eingeschränkter Deutschkenntnisse.

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