Alex Mais
Eine Studierende der Sozialen Arbeit beschreibt den Fall Alexander Mais in einer Kindertagesstätte. Bei Alex wird frühkindlicher Autismus diagnostiziert und es wird eine Integrationskraft eingestellt. Es kommt zu Konflikten zwischen den Erzieher:innen und der Integrationskraft, aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen im Umgang mit Alex.
Baschar Almasi
Eine Schulsozialarbeiterin und eine UBUS-Kraft schildern jeweils aus ihrer Sicht eine Konfliktsituation, die sich in einer Berufsschulklasse zwischen dem männlichen Schüler Baschar Almasi und seinen ausschließlich weiblichen Mitschüler:innen, bzw. einer Lehrerin ereignet. Die beiden Interviewten schildern wie der Konflikt eskaliert und was in der Interaktion zwischen den Reaktionen der Schüler:innen und dem Handeln der Lehrkräfte, Schulleitung, dem Hausmeister und den Sozialarbeiter:innen im weiteren Verlauf passiert.
Florin Höpfner
Im Rahmen einer Supervision schildert und notiert eine Sozialarbeiterin diesen Fall: Florin lebt bei seinem sozialen Vater und wird sechsjährig, aufgrund einer Kindeswohlgefährdungsanzeige, in einem Kinderheim untergebracht. Es wird eine geistige und körperliche Behinderung und ADHS diagnostiziert. Mit 13 wechselt er in eine stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe, zeigt sich dort aggressiv, die Situation eskaliert, er kommt in die Jugendpsychiatrie und lebt dort über zwei Jahre, weil keine andere Einrichtung gefunden werden kann, die ihn aufnimmt.
Jasna Ilić
Ein:e Studierende:r der Sozialen Arbeit skizziert den Fall der jungen Frau (Jasna Ilić), die eine Tagesförderstätte besucht. Jasna ist geistig behindert und zeigt auto- und fremdaggressive Verhaltensweisen. Die Familie ist aus Bosnien und Herzegowina eingewandert.
Kim Gerhardt
| Die 23-jährige Kim Gerhardt erzählt ihre Geschichte, die teilweise auch durch die Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe geprägt ist. Sie wird als Jüngste von insgesamt drei Kindern in Stuttgart geboren. Die Eltern trennen sich, als sie neun ist, sie erhält diverse Diagnosen (ADHS, Legasthenie, auditive Wahrnehmungsstörung und später auch Depression). Nach dem Auszug des Vaters und zwei ihrer Geschwister realisiert die inzwischen Vierzehnjährige die Alkoholabhängigkeit ihrer Mutter. Kim Gerhardt erfährt Mobbing in der Schule, hat Suizidgedanken und erlebt sexuelle Übergriffigkeit. Neben diversen Therapien war sie in einer psychosomatischen Klinik und zog mit 16 Jahren für eineinhalb Jahre in die heilpädagogische Wohngruppe, bevor sie anschließend ins einzelbetreute Wohnen wechselte. Sie absolviert ihr Abitur und zieht nach dem „Rausschmiss“ aus der Einrichtung kurze Zeit zurück ins Haus ihrer Mutter, bevor sie für ihr Studium weiter nach Köln zieht. |
Lacrima Kovacs
| Die Sozialarbeiterin eines Wohnheimes für Wohnungslose berichtet den Fall von Lacrima Kovac, die vorübergehend mit ihrem Kind im Wohnheim untergekommen ist. Es geht um den Vorwurf einer Kindeswohlgefährdung, die zu einer vorübergehenden Inobhutnahme führt. Der Kindsvater unterstellt seiner Frau psychische Labilität, sie gibt an Gewalt und Unterdrückung durch den Kindsvater und seiner Familie erfahren zu haben. Im Sorgerechtsstreit wird dem Vater das alleinige Sorgerecht zugesproche |
Luca Meyer
Eine Sozialarbeiterin verschriftlicht retroperspektiv einen Fall: Luca wurde bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugeordnet, hinterfragt dies jedoch circa seit dem 13. Lebensjahr und strebt seither ein Leben als Mann an. Die Mutter von Luca unterstützt dies nicht und meint es „sei nur eine Phase“ – das Hauptaugenmerkt liegt für sie auf der beruflichen Zukunft von Luca, da diese den Hauptschulabschluss absolviert hat. Da sich die Mutter zunehmend Sorge um die Stimmungslage, das Gewicht und selbstverletzendes Verhalten von Luca macht, meldet sie sich beim Jugendamt und bittet um Unterstützung durch eine:n Erziehungsbeiständ:in.
Luka Schneider
Eine Fachkraft des betreuten Wohnens und eine Pflegefachkraft der Psychatrie berichten unabhängig voneinander über einen Fall: Luka Schneider (*1978) wurde ein Jahr vor dem Interview an das ambulante betreute Wohnen vermittelt. Er lebt mit psychischen Erkrankungen, einer Behinderung sowie zyklischen Drogenrückfällen. Als Kind wurde er durch seinen Vater misshandelt. Nach dem Tod seiner Mutter wuchs er im Heim auf. Kontakt zu seiner Familie hat er nicht mehr. Früh begann er mit Drogenkonsum und Dealerei, verlor seine Wohnung und seine Ausbildung und war drei Jahre obdachlos. Eine Inhaftierung und Haftstrafe von sieben Jahren erfolgt aus unterschiedlichen Gründen. Luka Schneider möchte, sobald sich seine psychische Verfassung stabilisiert hat, eine besondere Wohnform in einer anderen Stadt anstreben und arbeiten.
Mandy Faber
Im Interview berichtet ein Schulsozialarbeiter von einer Betreuungshilfe mit der transidenten Jugendlichen Mandy, die durch Schulabsentismus auffällig wird. Mandy lebt in prekären Verhältnissen, die Mutter akzeptiert die Transition von Marc zu Mandy nur schwer.
Maria Becker
Lukas Krahl, Mitarbeiter eines Integrationsfachdienstes (Beratungsstelle zum Thema Arbeit und Schwerbehinderung), erzählt, am Beispiel der Klientin Maria Becker, den Ablauf und die Aufgaben eines Verfahrens des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Bei Maria Becker wurde eine psychische Erkrankung diagnostiziert, die zu Phasen der Arbeitsunfähigkeit führte. Finanzielle und persönliche Probleme belasten sie zusätzlich. Lukas Krahl begleitet zum einen den Prozess der Wiedereingliederung und macht sie auf weitere Unterstützungsangebote aufmerksam.
Mark Heß und Emma Wilt
Eine Studierende beschreibt im Rahmen ihres Studiums Sozialer Arbeit den Fall von Mark Heß (14) und Emma Wilt (5), die in einer Wohngruppe leben. Eine Fachkraft entdeckt Mark und Emma nackt in Marks Zimmer. Beide erzählen, dass es einen Penetrationsversuch gab, den sie nicht gewollt haben. Das Team sucht einen Umgang mit der Situation.
Matej Beran
In Zusammenarbeit mit der HS Kempten wird ein Fall im Rahmen einer Erhebung des Fallarchivs verschriftlicht: Matej Beran ist 17 Jahre alt und besucht seit er 10 Jahre alt ist regelmäßig ein Jugendzentrum in einer Großstadt. In der Fallbeschreibung werden weitere Informationen über seine Familie, seine Hobbies sowie sein „delinquentes Verhalten“ dargestellt. Handlungsweisen der Fachkräfte werden u. a. im Umgang mit Matjes Regelverstoß (Cannabiskonsum) sichtbar: Aufgrund dieses wird ihm ein zweimonatiges Hausverbot ausgesprochen.
Nina Schuhmacher
Eine Masterstudierende interviewt die Studierende Nina Schuhmacher zu ihren Erfahrungen, die sie als Teenie und junge Frau im digitalen Raum gemacht hat. Nina berichtet dabei unter anderem über die von ihr genutzten Plattformen und damit verbundene Begegnungen und Erlebnisse, die sie im digitalen und analogen Raum gemacht hat.
Paula Prast
Eine Sozialarbeiterin, die als Lehrbeauftrage tätig ist verschriftlicht einen Fall retroperspektiv: Ein etwa 15-jähriges Mädchen namens Paula mit ausgeprägten Tourette-Syndrom besucht regelmäßig ein Jugendhaus. Sie lebt in der Nachbarschaft und ist einigen Jugendlichen zwar bekannt, trotz regelmäßiger Reflexion und Gespräche, beobachten jedoch weiterhin die Mitarbeidenden, dass sich die Räume leeren, sobald Paula den Raum betritt.
Sayra Moradi
Der Sozialarbeiter vom Betreuten Wohnen, Jakob Wissel, skizziert den Verlauf eines Falls, bei dem die etwa dreißigjährige iranische Sayra Moradi den Weg von ihrer Ohnmacht zur Selbstbefähigung geht. Sayra Moradi hat verschiedene Gewalttaten und Traumata erlebt, darunter Vergewaltigungen, Kriegs- und Fluchterfahrungen sowie eine Fehlgeburt. Probleme mit der Wirbelsäule, Adipositas und Gebissprobleme veränderten sich ebenfalls während der Zeit beim ambulanten Betreuten Wohnen. Durch die rechtliche Betreuung werden Herr Wissel und sein Kollege vermittelt, um die Klientin in verschiedenen Angelegenheiten zu unterstützen. Im Interview spricht Herr Wissel zudem über das Nähe- und Distanzverhältnis zum Fall.
